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ZHAW Medienpsychologie Newsletter
Aktuelles aus der Medienpsychologie
Sehr geehrte Damen und Herren

Die meisten Jugendlichen in der Schweiz fühlen sich gesund. Jedoch leiden viele unter Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Dies zeigt der neuste JAMESfocus-Bericht der ZHAW und Swisscom.

Während die bisherigen JAMESfocus-Berichte auf Angaben von Jugendlichen basierten, wurde im letzten JAMESfocus-Bericht «Digitale Medien im Unterricht» die Sichtweise zusätzlich um 105 Lehrpersonen erweitert. Im Bericht erfahren Sie, wie diese die Digitalisierung im Schulalltag erleben.

Nicht zuletzt weisen wir Sie gerne auf die Präsentation der neusten MIKE-Studienergebnisse am 25. März 2020 hin. Weitere Informationen, Ergebnisse und den Link zu den JAMESfocus-Berichten finden Sie in diesem Newsletter.

Freundliche Grüsse
Team Medienpsychologie der ZHAW
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MEDIENNUTZUNG UND GESUNDHEIT
Schweizer Jugendliche fühlen sich gesund
Im aktuellsten JAMESfocus-Bericht steht die Gesundheit von Schweizer Jugendlichen im Vordergrund. Die Befragung zeigt, dass sich ein Grossteil aller 12- bis 19-jährigen gesund fühlt und den eigenen Gesundheitsstatus als gut oder sogar ausgezeichnet bewertet. Trotzdem berichten viele der Jugendlichen von regelmässig auftretenden psychischen und körperlichen Beschwerden. Rund die Hälfte aller Jugendlichen leidet regelmässig (täglich oder mehrmals pro Woche) unter Müdigkeit (53 %) und jede/jeder Fünfte hat regelmässig Konzentrationsprobleme. Auch um die Schlafqualität steht es nicht besonders gut: So berichten 21 bzw. 16 Prozent der Jugendlichen von regelmässigen Einschlaf- oder Durchschlafproblemen. Körperliche Beschwerden sind etwas seltener, am häufigsten treten Rücken- oder Kopfschmerzen auf.
Gesundheit und Mediennutzung
Neben einer Beschreibung der allgemeinen Gesundheit und des psychischen und körperlichen Wohlergehens von Jugendlichen, zeigt der Bericht auch Zusammenhänge mit der Mediennutzung und der allgemeinen Freizeitgestaltung auf. So lassen sich kleine Zusammenhänge zwischen bestimmten Formen der Mediennutzung und der Häufigkeit von berichteten Beschwerden feststellen. Zum Beispiel geht eine längere Internetnutzungsdauer mit häufigeren körperlichen Symptomen einher.
Gregor Waller
«Wer Bildschirmmedien intensiv nutzt, bewegt sich oft weniger und langes Sitzen in ungünstigen Positionen oder repetitive Bewegungsabläufe können zu Rücken- und Nackenschmerzen oder Augenbeschwerden führen.»

Gregor Waller, Co-Projektleiter
Weiter zeigt sich ein Zusammenhang zwischen negativen Medienerfahrungen und dem psychischen Wohlbefinden. Jugendliche, die belastende Erfahrungen mit Cyberbullying oder -grooming gemacht haben, berichten häufiger von psychischen Beschwerden und von Schlafproblemen. Da es sich um eine Querschnitt-Studie handelt können aber keine klaren Aussagen über Ursache und Wirkung gemacht werden. Es kann sein, dass gesundheitliche Beschwerden durch bestimmte Aspekte der Mediennutzung hervorgerufen werden oder auch, dass bestehende Beschwerden die Mediennutzung beeinflussen.
JAMESfocus: Gesundheit und Mediennutzung
DIGITALE MEDIEN IM UNTERRICHT
Digitalisierung fordert Lehrkräfte heraus
Während die bisherigen JAMESfocus-Berichte auf Angaben der Jugendlichen aus der JAMES-Erhebung basierten, beruht der Bericht «Digitale Medien im Unterricht» auf einer zusätzlichen Befragung von insgesamt 105 Lehrpersonen. Diese unterrichten auf der Sekundarstufe und somit jene Altersgruppen, die bei der JAMES-Studie im Fokus stehen. Die Stichprobe ist aufgrund ihrer Grösse und Struktur nicht repräsentativ für alle Schweizer Lehrpersonen.

Die befragten Schweizer Lehrkräfte erleben die Digitalisierung mehrheitlich als Chance, wie der im August 2019 publizierte JAMESfocus-Bericht zeigte. Ausnahmsweise wurden für diesen Bericht nicht Jugendliche, sondern ihre Lehrerinnen und Lehrer befragt. Die grössten Chancen sehen diese zum einen darin, dass digitale Medien vielseitig anwendbar sind und somit mehr Möglichkeiten für die Gestaltung des Unterrichts bieten. Zum anderen wird positiv bewertet, dass Schülerinnen und Schüler neben dem Unterrichtsstoff auch den Umgang mit digitalen Medien erlernen.
Lilian Suter, Mit-Autorin JAMESfocus-Bericht
«Die von uns befragten Lehrpersonen stehen digitalen Medien grundsätzlich positiv gegenüber und schätzen sich mehrheitlich als sehr geübt oder eher geübt im Umgang damit ein. Dennoch wünschen sie sich Unterstützung. Einerseits in technischen Belangen. Andererseits besteht Unterstützungsbedarf in der Anwendung, etwa wie Lehrpersonen digitale Medien sinnvoll im Unterricht einsetzen können.»

Lilian Suter, Mit-Autorin JAMESfocus-Bericht
Nutzung digitaler und audiovisueller Inhalte im Unterricht
Um Unterrichtsstoff zu vermitteln gibt es zunehmend die Möglichkeit digitale und audiovisuelle Inhalte, die beispielsweise online zur Verfügung gestellt werden, zu verwenden. Am häufigsten werden Videoinhalte wie Fernsehsendungen oder Video-Clips im Unterricht eingesetzt. Lediglich sechs Prozent der Lehrpersonen geben an, kaum oder gar keine Videoinhalte zu nutzen. Digitale Texte wie Online-Artikel nutzt nur rund ein Drittel regelmässig.
Grafik Nutzung digitaler und audiovisueller Inhalte im Unterricht
Abbildung: Nutzung digitaler und audiovisueller Inhalte im Unterricht (JAMESfocus 2019)
YouTube-Video JAMESfocus-Bericht "Digitale Medien im Unterricht"
JAMESfocus: Digitale Medien im Unterricht
MIKE-Logo
MIKE-STUDIE
Präsentation der aktuellen Studienergebnisse
Seit 2015 untersuchen wir die Mediennutzung von Kindern im Primarschulalter. Wir befragen jeweils mehr als 1’000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 13 Jahren, wann wie und wie lange sie sich mit dem Smartphone beschäftigen, Bücher lesen, gamen oder mit Freunden spielen.

Wie sich das Verhalten von jungen Mediennutzenden im rasch fortschreitenden technologischen Wandel verändert, zeigen die neusten Ergebnisse der MIKE-Studie, die wir am 25. März 2020 um 18.00 Uhr im Rahmen der PI Eventreihe «Raum für Psychologie» in Zürich präsentieren. Weitere Details dazu kommunizieren wir auf der Landingpage der PI Eventreihe.
Weitere Informationen
Anmeldung zur MIKE-Präsentation
Über die JAMES-Studie
Die JAMES-Studien bilden den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz ab. JAMES steht für «Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz» und wird alle zwei Jahre durchgeführt. In der repräsentativen Studie werden seit 2010 von der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Auftrag von Swisscom über 1‘000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Medien- und Freizeitverhalten befragt.

www.zhaw.ch/psychologie/james
Kooperationspartnerschaft
Logo Angewandte Psychologie
Departement Angewandte Psychologie der ZHAW
Das Departement Angewandte Psychologie ist das führende Kompetenzzentrum für wissenschaftlich fundierte Angewandte Psychologie in der Schweiz. Es besteht aus dem Psychologischen Institut und dem IAP Institut für Angewandte Psychologie.
Mit dem Bachelor- und dem Masterstudiengang, dem Bereich Forschung & Entwicklung sowie dem Beratungs- und Weiterbildungsangebot wird wissenschaftlich fundiertes Wissen für Menschen und Unternehmen in ihrem Lebens- und Arbeitsumfeld nutzbar gemacht.
Logo Swisscom
Swisscom ist Kooperationspartnerin der ZHAW
Die Mediennutzung auf verschiedenen Endgeräten gehört heute zum Alltag von Jugendlichen. Medienkompetenz und Jugendmedienschutz zählen zu den Kulturkompetenzen wie Lesen oder Rechnen. Swisscom engagiert sich seit 2001 im Bildungswesen: Über 6‘000 Schweizer Schulen nutzen das Angebot "Schulen ans Internet", jährlich besuchen Medienexperten über 30'000 Schüler, Eltern und Lehrpersonen und fördern die Medienkompetenz. Swisscom ist Auftraggeberin der JAMES-Studie, die von der ZHAW durchgeführt wird.